Eines meiner mit Ölfarbe auf Holz gemalten Warnschilder, die über die Jahre schon mehrfach mit Hundekot verschmiert wurden, oder ganz verschwanden, aber irgendwo wieder auftauchten. Nun ist das andere Schild seit ein paar Tagen unauffindbar!
Allerdings bringen die Schilder auch den einen oder anderen Autofahrer scheinbar zum "Rasen".
Die ungesicherte (ohne Netz) Straße zwischen den Teichen von Wessobrunn in Richtung Haid
Im Winter 1995 zogen wir nach Wessobrunn. Im März 1996 holte ich unseren "Babysitter" an einem regnerischen Abend aus Haid (einem Ortsteil von Wessobrunn) ab und sah die von lebenden und toten Fröschen übersäte Straße. Rechts und links liegt jeweils ein kleiner Teich, in dem die Amphibien einst zur Welt kamen und nun jedes Frühjahr nach der Schneeschmelze zurückkehren um sich dort zu paaren und abzulaichen. Je nach Art und Wetterlage kehren die Tiere nach 2-4 Wochen wieder in Wiesen und an Waldränder zurück, wo sie sich von Schnecken, Würmern und Insekten ernähren.
Der Teich auf der rechten Seite mit Hecht und Co.
Der Teich zur Linken mit breitem Schilfgürtel, in den die meisten Tiere wandern und ablaichen
Trotz der damals noch viel ruhigeren Straßen waren viele Tiere überfahren und ich sah Handlungsbedarf. Der BUND, der im Zellseegebiet die von der Stadt Weilheim finanzierten und aufgestellten Netze betreut, hatte selbst Probleme genug Freiwillige zu finden, die diese Wochen der Wanderung allabendlich die Netze abgehen, die Tiere in Eimern sammeln, zählen und zum Schluss in einen nicht von Raubfischen bestückten Teich bringen, wo sie sicher ablaichen können. Dort hatte ich schon die Jahre zuvor geholfen. In Haid wurde mir außer mit einem Stück alten Netz nicht weiter geholfen, also war ich all die Jahre überwiegend allein (mit einem meiner Kinder!) tätig.
Das Netz direkt oberhalb der Klostermauer
Hier gibt es besonders viele Kröten, die über die Jahre durch den Schutz deutlich zunahmen
Aus diesen von den ersten Frühlingssonnenstrahlen erwärmten Hangwiesen machen die vielen Kröten und einige Frösche bei der Wanderung den Anfang...
...Molche stellen hier inzwischen eine große Ausnahme dar, sie haben es nicht geschafft, über die immer stärker befahrene Straße in ihrer Langsamkeit zu überleben. Mein Netz kam leider zu spät.
Trotz Aufrufe an die hiesige Bevölkerung war niemand bereit mitzuhelfen oder für Netze zu spenden, so dass ich aufgrund der weiten Strecke der Straße, die die Tiere überqueren gezwungen war und bin, mit dem Auto hin und her zu fahren und sie in 2 Eimern (einer linker Teich, einer rechter Teich)zu sammeln und bei nächster Gelegenheit in das jeweilig angesteuerte Gewässer zu bringen. Das bringt mir leider immer wieder "Feinde" ein, weil Menschen dazu tendieren zu verurteilen, statt nach dem "Warum" zu fragen. Aber über meine z.T. skurillen Erlebnisse mit hiesigen Bürgern berichte ich später.-
Über die Jahre wurde zunehmend in Haid gebaut, Kinder erwachsen, zu jedem Haushalt gehören mind. 2 Autos, was nun deutlich mehr Verkehr nach sich zieht. 2007 fuhr ich abends erstmals zum Löschteich im "Zentrum" von Haid und stieß auf unzählige Frösche und Molche, die diesen Tümpel ansteuern, um dann z.T. weiter in den dahinterliegenden Teich zu wandern. Sie hatten so zahlreich nur überleben können, weil diese Straße bis dahin relativ unbefahren war. Inzwischen gab es ein Neubaugebiet am Ortsende von Haid und die Tiere waren stark gefährdet. Also kümmerte ich mich auch dort und stellte einen völlig veralteten, von einer anderen Ortsgruppe ausrangierten Folienzaun auf, den man noch im Erdreich vergraben musste, was dort aufgrund des Straßenschotters sehr schwierig war.
Dabei wäre es durch eine Böschung und die relativ kurze Wanderdistanz einfach, Metallwände zu ziehen und die Tiere in die Mitte zu einer Unterführung zu leiten. Natürlich ist das nicht ganz billig, aber würde auf Jahre eine effektive Lösung ohne großen personellen Aufwand ermöglichen. Der Bestand ist dort einmalig, vor allem sehr alt. Grasfrösche, Grünfrösche, gelegentlich auch ein "krönender" Laubfrosch kreuzen den Weg. Kröten sind nicht so zahlreich vertreten, dafür aber auch besonders große und alte Tiere (um die 30 Jahre!). Eine Besonderheit stellen die extrem zahlreichen Molche dar, Bergmolche, Teichmolche (und selten ein Kammmolch) begegnen uns zu hunderten. Die genauen Zahlen werde ich auch nach Abschluss der Wanderung in einer Tabelle im Vergleich zu den letzten Jahren hinzufügen.Genauso wie zahlreiche Fotos. Im Moment ist meine Zeit sehr knapp, da ich allabendlich ab Dämmerung draußen bin, nachts noch einmal kontrolliere und morgens gegen 5°°Uhr die Nachzügler vor dem Verkehr und der Sonne rette und ins Wasser bringe. Dazu Beruf und Haushalt.
Heute, Samstag der 31.3.12 war mal wieder ein frustrierender Abend. Da es trocken und kühl ist (abends 7°C) gehen nicht mehr viele Tiere. Diese gehen aber so verteilt und langsam (aufgrund der kalten Außentemperatur, die auch nahezu ihrer Körpertemperatur entspricht), dass man sie fast nicht abpassen kann. Auch war ich heute für die gesamte Strecke allein da und jedesmal, wenn ich das Netz in Haid absammelte, wurde eine Kröte überfahren, in Haid in meiner Abwesenheit ein großes Froschweibchen sowie 3 Molche. In Wessobrunn ein sehr altes Krötenweibchen, der Laich klebt noch lang an der Straße und hinterlässt dunkle Flecken. Obwohl Ferien sind (viele in Urlaub) und Samstag, also stark reduzierter Verkehr, kam auf fst jedes Auto ein totes Tier. Der BUND rechnet in Populationsgrößen, es kommt ihnen nicht auf ein paar mehr oder weniger Tiere an. Bei mir ist es umgekehrt, jedes einzelne Individuum ist wichtig, weil es lebt und leben möchte. Natürlich soll die Gesamtpopulation möglichst wachsen, aber gegen Umwelteinflüsse oder natürliche Feinde bin ich machtlos, ein Tod durch Überfahren ist absolut sinnlos und vermeidbar, wenn Jeder entsprechend langsam auf dieser Strecke fährt. Bedauerlicherweise tun das nur sehr wenige Autofahrer, obwohl wir doch alle von einer intakten Natur profitieren und Amphibien sind ausschließlich nützlich, richten keinerlei Schaden an!
Fortsetzung folgt...
Dienstag, 6. März 2012
Mittwoch, 1. Februar 2012
Winterfütterung von Vögeln und Wildtieren
Viele Menschen gehen davon aus, wir sollten nicht in die Natur eingreifen und sind gegen eine Fütterung von Vögeln und/oder Wildtieren und glauben an eine "natürliche" Auslese. Ich denke, der Mensch hat die Natur in großem Ausmaß nach seinen Vorstellungen auf Kosten der Natürlichkeit verändert, so dass nicht nur die Artenvielfalt gefährdet ist, sondern auch das Überleben einzelner Arten in kritischen Zeiten. So gibt es für samenfressende Vögel kaum noch Nahrung durch Rückschneiden der Pflanzen im Herbst in den meisten Gärten und eine reine nutzorientierte Land- und Forstwirtschaft.
Dem Argument "das ist eben Natur" angesichts verhungernden Wildtieren entgegne ich, dass der Mensch - wäre er so wie die Tiere der Natur ausgeliefert - der erste wäre, der an Hunger und Kälte sterben würde. Wir heizen unsere Häuser, kaufen in Supermärkten ein und maßen uns an, Tiere einer ausgebeuteten Natur zu überlassen. Wir werfen Lebensmittel weg ohne darüber nachzudenken, manches noch Tieren zukommen lassen zu können.
Daher möchte ich ein paar Tipps zur Fütterung geben, die sich nach meiner Erfahrung bewährt haben:
1. Vögel
Um möglichst viele unterschiedliche Vogelarten zu erreichen füttere ich erstens an ca. 10 verschiedenen Plätzen im Garten. Ich hänge viele Meisenknödel (z. B. bei Kaufland bes. günstig: 6 Stück 75ct) und Fettstangen an Haken oder Sammelgefäße in Bäume. Viele Vögel fressen gern im Schutz der Äste. Zusätzlich sind an mehreren Stellen Vogelhäuser aufgestellt, die ich mit Mischfutter (ebenfalls bei Kaufland sehr günstig: 2,5kg 2,29€) und Sonnenblumenkernen fülle. Stare (die meist ab Anfang Februar wieder aus dem Süden kommen, aber bei uns nur Schnee vorfinden), Amseln, Drosseln aber auch Meisen, Goldammern, Rotkehlchen, Zeisigen etc. mische ich grobe Haferflocken (500g 35ct bei Aldi, Norma oder Kaufland u.a. in einem Eimer mit Sonnenblumenöl bis diese damit getränkt sind. Besonders attraktiv auf die Vögel wirken untergemischte Rosinen, die allerdings auch wieder etwas teurer sind (200g ca. 65ct). Auch halbierte Äpfel auf dem (hoffentlich katzensicheren Boden) lieben Stare, Amseln und Drosseln, selbst wenn es friert und sie picken eifrig auf diese ein. Eine flache Schüssel mit warmem Wasser muss bei strengem Frost mehrmals ausgetauscht werden (damit Vögel nicht fatalerweise aus Salzpfützen trinken, die erst recht starken Durst auslösen) und auch das Futter immer nachgefüllt werden, will man allen Vögeln eine Chance geben, nicht nur den vorwitzigen ersten.
Ich füttere das ganze Jahr, wenn auch im Sommer deutlich weniger. Die Vögel kommen dann eigentlich auch nur bei schlechtem Wetter, wenn sie keine Insekten fangen können oder auch sonst wenig finden, ohne stark durchnässt zu werden - und nicht aus Bequemlichkeit oder ihre Jungen ausschließlich mit Vogelfutter aufzuziehen, wie oft behauptet wird, um gegen Sommerfütterung zu argumentieren.
Ich erfreue mich jedenfalls an den zahlreichen Vögeln nicht nur einer Gattung, sondern auch selten gewordener Arten. Anfangs benötigt man ein wenig Geduld, aber mit den Jahren "spricht es sich unter den Vögeln rum", obwohl die kleinen Arten nur 1-3 Jahre leben. Aber sie geben die Information über die Futterquelle an ihre Jungen weiter.Wichtig ist, dass Vögel eine Futterquelle schon vor Einbruch von Kälte und Schnee kennnen, um dann gleich darauf zurückgreifen zu können, wenn sie in Futternot sind.
Brot sollte nicht oder nur selten gefüttert werden, da Vögel bei häufiger Brotaufnahme Kropfentzündungen bekommen und daran sterben können.
Kürzlich erschien ein Artikel im "Weiheimer Tagblatt" über das Ungleichgewicht in der Vogelwelt, das sich aufgrund räuberischer Krähen und Elstern eingestellt habe. Ich beobachte das seit Jahren und füttere sogar Krähen, als auch Elstern und Eichelhäher, so dass diese auch in unserem Garten mit ihren Jungen bis zur nächsten Brut erscheinen. Noch nie habe ich beobachtet, wie sie andere Vögel oder Nistkästen beraubt hätten. Vor Jahren erschien in einem "Geo" Heft ein Artikel über Elstern. Ihr Kropf/Mageninhalt wurde zur Jungvogelzeit ausgiebig unter die Lupe genommen. Die ihnen vorgeworfenen, zahlreich erbeuteten Jungvögel anderer Singvogelarten konnten sich nicht nachweisen lassen, dafür v.a. Insekten! Wir sollten endlich von solchen Feindbildern Abschied nehmen. Umso mehr werde ich persönlich angefeindet, wenn ich auf die zu unnatürlich großen Populationen angewachsenen Katzenbestände hinweise und um Rücksichtnahme der Katzenbesitzer in der Jungvogelzeit bitte, d.h. die Katzen bes. in Morgen- und Abenddämmerung drinnen zu lassen, weil dann die Vögel gern am Boden nach Futter suchen und zur leichten Beute werden.
Katzenbesitzer empfinden das als starke Einschränkung für ihre Lieblinge und schimpfen lieber auf Krähe & Co.
Übrigens sind Krähen und Elstern sehr intelligent und uns Menschen in ihrer Lebensweise gar nicht so unähnlich, wie Prof. Reichholf in seinem Buch "Rabenschwarze Intelligenz" nachweist. Durch kleine, gesunde Futtergaben wie Rinderhack,Dosenfutter oder etwas Käse (sie mögen genauso wie wir eiweißreiche Kost) kann man die schlauen Gesellen beobachten, wie sie überschüssige Gaben für Notzeiten verstecken.
Durch Monokulturen in der Landwirtschaft, bes. den schon verbrecherisch zunehmenden Maisanbau (in jüngster Zeit sogar als Biomasse zur Energiegewinnung, statt Tiere und Menschen zu sättigen) ist selbst diesen intelligenten Vögeln in großen Landstrichen die Existensgrundlage entzogen worden, sowie vielen anderen Tier, - und Pflanzenarten.
Also nehme ich mir das Recht, das ein wenig an den lebenden Exemplaren meiner Umgebung gut zu machen und diesen ein etwas angenehmeres Leben zu ermöglichen, bes. in kalten Zeiten (so wie jetzt). Davon profitiere auch ich, indem ich ruhiger schlafen kann, wenn ich weiß, dass manches Tier nun leichter der Kälte standhalten kann! Dieses Gefühl der Zufriedenheit wünsche ich auch meinen Lesern und vielen Vögeln durch einen vollen Kropf in der kalten Nacht!
2. Rehe
Diese sanften, liebenswerten Geschöpfe werden bejagt, aber selten von ihren Jägern gefüttert. Besonders Staatsförstereien schießen bei Drückjagden alles ab, was vor die Flinte kommt, aber die übrig gebliebenen Tiere in Notzeiten zu füttern kommt ihnen nicht in den Sinn. Kitze, die ihre Mutter durch Jagd verloren haben, haben es im Winter besonders schwer, da sie normalerweise noch bis ins Frühjahr von der Ricke geführt werden. Im Wald findet man bei näherem Hinsehen Lecksteine auf Pfosten sowie sogenannte "Kirrungen" in Form von ausgebrachtem Apfeltrester oder einigen Körnern unter Baumscheiben, die Rehe und andere Tiere des Waldes anlocken sollen. In unmittelbarer Schußlinie finden sich immer Hochstände, von denen dann das angelockte Wild leicht geschossen werden kann. Ich finde das hinterhältig und feige, den Hunger und die Not der Tiere auszunutzen um diese zu töten.
Rehe verlangsamen ihren Stoffwechsel im Winter stark, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Das funktioniert nur, wenn sie totale Ruhe in ihrem Lebensraum haben und nicht noch weiter z.B. auf Wildschweine Jagd gemacht wird. Sobald sie flüchten müssen, verbrauchen sie viel Energie, die sie im Winter nicht aufnehmen können und schon beginnt die Abmagerung. Wildschweine und Füchse werden mittlerweile ganzjährig bejagt (Waschbären und Kaninchen ebenfalls), was sehr zulasten des Rehwildes geht.
Es benötigt Unterstützung, solange die Jagd nicht abgeschafft wird und sich ein natürliches Gleichgewicht einstellen kann.
Vielerorts hört man, es sei verboten, Wildtiere zu füttern.
§ 1 des Tierschutzgesetzes besagt, dass man verpflichtet ist, einem Tier in Not zu helfen, so dass man sich immer darauf berufen kann, ist es dauerhaft kalt und/oder eine Schneedecke vorhanden.
Man sollte dort füttern, wo Spuren im Schnee sichtbar sind
und keine Schusslinie und/oder Hochstand in der Nähe, also am besten im Windschatten eines dicken Baumes in einer Wurzelmulde. Ich füttere zu gleichen Teilen : Maisbruch, Quetschhafer und Grünpelletts für Schafe oder Wild. Wichtig ist, das das Futter nicht nass wird, weil es sonst schimmelt und unbrauchbar wird. Das wäre schade ums Geld und die Mühe.
Also nur soviel füttern, wie gefressen wird und trocken liegt. Bei Minusgraden besteht die Gefahr des Durchweichens sowieso nicht. Bei starkem Schneefall sollte man das Futter etwas frei fegen.
Normales Heu mögen Rehe selten, weil sie Feinschmecker sind.
Man kann auch Haferflocken, Müsli, Rosinen geben, aber es wird dann immer teurer und es geht ja hauptsächlich um "erste Hilfe", d.h. die Tiere durch den Winter zu bringen. Die meisten Rehe sterben übrigens im Frühjahr, wenn das Gras beginnt zu wachsen. Sie sind dann zu geschwächt, um sich schnell zu stärken und zu erholen. Ich beginne meist erst im Januar zu füttern, wenn es richtig kalt wird und beobachte die Tierpopulationen mit einer Wildkamera, was nicht nur sehr lehrreich ist, sondern viel Freude macht (bis die Tiere, die einem durch die Fotos vertraut geworden
sind von Jägern geschossen werden (wie mein diesjähriges Kitz))! - Habe ich mit der Fütterung begonnen, muss sie bis ins Frühjahr, wenn auch später ausschleichend fortgesetzt werden, da sich der Stoffwechsel der Tiere darauf einstellt.
Die Menge stellt man auf die in einer bestimmten Zeit gefressenen Menge ein. Bitte tagsüber Futter auslegen, da ab Dämmerung diese Plätze von den Tieren aufgesucht werden. Unruhe dort würde die Rehe vertreiben.
Man kann leider nicht erwarten, die Tiere zu Gesicht zu bekommen, aufgrund der Bejagung sind sie sehe scheu geworden. Es kann sich nur um einen rein selbstlosen Akt der Nächstenliebe gegenüber unseren Mitgeschöpfen handeln.
Übrigens fressen die ausgelegten Körner auch Dachse und Marder, tagsüber picken sie viele Vogelarten. Mäuse werden angelockt, so dass auch mancher Fuchs eine Mahlzeit findet.
Kot im Futter habe ich noch nie gesehen, wenn verschmutzt, sollte man den Baum wechseln.
Sie werden mit dem Gefühl belohnt, geholfen zu haben und das hat schon Albert Schweitzer als den einzig wahren Lebenssinn erkannt: "anderen Wesen, sei es Menschen oder Tieren zu helfen, das ist das einige Glück."
3. Füchse, Dachse, Wildschweine, Marder u.a.
Auch wenn diese Tierarten z.T. verfolgt und angefeindet werden, haben sie genauso wie wir ihre Daseinsberechtigung und empfinden Hunger und Schmerz ebenso wie wir. Auch ihnen gehört somit in harten Zeiten geholfen. Wildschweine lieben z.B. Eicheln, die man im Herbst reichlich sammeln und trocknen kann (bitte nicht Jägern verkaufen). Auch Mais lieben sie, daher werden sie ja von den Bauern als vernichtungswürdige Schädlinge angesehen und verfolgt. Wiesen (bes. an Waldrändern) werden von ihnen "aufgebrochen", um Bucheckern, Eicheln und Insekten zu finden. Für den Waldboden ist das ausgesprochen nützlich.
Füchsen kann man in kalten Zeiten mit Dosenfutter oder gekochtem Huhn, Eiern oder Fleischresten Gutes tun. Ich kaufe gern in den Supermärkten dem Haltbarkeitende nahes, reduziertes Fleisch. Bitte kein Trockenfutter geben, da Füchse ungern trinken und einen Nierenschaden bei häufiger Aufnahme bekämen. Hat der Fuchs die Stelle gefunden bezieht er sie in seine abendliche Runde ein und schaut dort immer nach. Auch hier gilt, - nicht den Jägern/Förstern in die Hand arbeiten, sondern dichte Stellen im Wald wählen, weitab von Hochständen, Reifenspuren und Schneisen.
Dem Argument "das ist eben Natur" angesichts verhungernden Wildtieren entgegne ich, dass der Mensch - wäre er so wie die Tiere der Natur ausgeliefert - der erste wäre, der an Hunger und Kälte sterben würde. Wir heizen unsere Häuser, kaufen in Supermärkten ein und maßen uns an, Tiere einer ausgebeuteten Natur zu überlassen. Wir werfen Lebensmittel weg ohne darüber nachzudenken, manches noch Tieren zukommen lassen zu können.
Daher möchte ich ein paar Tipps zur Fütterung geben, die sich nach meiner Erfahrung bewährt haben:
1. Vögel
Um möglichst viele unterschiedliche Vogelarten zu erreichen füttere ich erstens an ca. 10 verschiedenen Plätzen im Garten. Ich hänge viele Meisenknödel (z. B. bei Kaufland bes. günstig: 6 Stück 75ct) und Fettstangen an Haken oder Sammelgefäße in Bäume. Viele Vögel fressen gern im Schutz der Äste. Zusätzlich sind an mehreren Stellen Vogelhäuser aufgestellt, die ich mit Mischfutter (ebenfalls bei Kaufland sehr günstig: 2,5kg 2,29€) und Sonnenblumenkernen fülle. Stare (die meist ab Anfang Februar wieder aus dem Süden kommen, aber bei uns nur Schnee vorfinden), Amseln, Drosseln aber auch Meisen, Goldammern, Rotkehlchen, Zeisigen etc. mische ich grobe Haferflocken (500g 35ct bei Aldi, Norma oder Kaufland u.a. in einem Eimer mit Sonnenblumenöl bis diese damit getränkt sind. Besonders attraktiv auf die Vögel wirken untergemischte Rosinen, die allerdings auch wieder etwas teurer sind (200g ca. 65ct). Auch halbierte Äpfel auf dem (hoffentlich katzensicheren Boden) lieben Stare, Amseln und Drosseln, selbst wenn es friert und sie picken eifrig auf diese ein. Eine flache Schüssel mit warmem Wasser muss bei strengem Frost mehrmals ausgetauscht werden (damit Vögel nicht fatalerweise aus Salzpfützen trinken, die erst recht starken Durst auslösen) und auch das Futter immer nachgefüllt werden, will man allen Vögeln eine Chance geben, nicht nur den vorwitzigen ersten.
Ich füttere das ganze Jahr, wenn auch im Sommer deutlich weniger. Die Vögel kommen dann eigentlich auch nur bei schlechtem Wetter, wenn sie keine Insekten fangen können oder auch sonst wenig finden, ohne stark durchnässt zu werden - und nicht aus Bequemlichkeit oder ihre Jungen ausschließlich mit Vogelfutter aufzuziehen, wie oft behauptet wird, um gegen Sommerfütterung zu argumentieren.
Ich erfreue mich jedenfalls an den zahlreichen Vögeln nicht nur einer Gattung, sondern auch selten gewordener Arten. Anfangs benötigt man ein wenig Geduld, aber mit den Jahren "spricht es sich unter den Vögeln rum", obwohl die kleinen Arten nur 1-3 Jahre leben. Aber sie geben die Information über die Futterquelle an ihre Jungen weiter.Wichtig ist, dass Vögel eine Futterquelle schon vor Einbruch von Kälte und Schnee kennnen, um dann gleich darauf zurückgreifen zu können, wenn sie in Futternot sind.
Brot sollte nicht oder nur selten gefüttert werden, da Vögel bei häufiger Brotaufnahme Kropfentzündungen bekommen und daran sterben können.
Kürzlich erschien ein Artikel im "Weiheimer Tagblatt" über das Ungleichgewicht in der Vogelwelt, das sich aufgrund räuberischer Krähen und Elstern eingestellt habe. Ich beobachte das seit Jahren und füttere sogar Krähen, als auch Elstern und Eichelhäher, so dass diese auch in unserem Garten mit ihren Jungen bis zur nächsten Brut erscheinen. Noch nie habe ich beobachtet, wie sie andere Vögel oder Nistkästen beraubt hätten. Vor Jahren erschien in einem "Geo" Heft ein Artikel über Elstern. Ihr Kropf/Mageninhalt wurde zur Jungvogelzeit ausgiebig unter die Lupe genommen. Die ihnen vorgeworfenen, zahlreich erbeuteten Jungvögel anderer Singvogelarten konnten sich nicht nachweisen lassen, dafür v.a. Insekten! Wir sollten endlich von solchen Feindbildern Abschied nehmen. Umso mehr werde ich persönlich angefeindet, wenn ich auf die zu unnatürlich großen Populationen angewachsenen Katzenbestände hinweise und um Rücksichtnahme der Katzenbesitzer in der Jungvogelzeit bitte, d.h. die Katzen bes. in Morgen- und Abenddämmerung drinnen zu lassen, weil dann die Vögel gern am Boden nach Futter suchen und zur leichten Beute werden.
Katzenbesitzer empfinden das als starke Einschränkung für ihre Lieblinge und schimpfen lieber auf Krähe & Co.
Übrigens sind Krähen und Elstern sehr intelligent und uns Menschen in ihrer Lebensweise gar nicht so unähnlich, wie Prof. Reichholf in seinem Buch "Rabenschwarze Intelligenz" nachweist. Durch kleine, gesunde Futtergaben wie Rinderhack,Dosenfutter oder etwas Käse (sie mögen genauso wie wir eiweißreiche Kost) kann man die schlauen Gesellen beobachten, wie sie überschüssige Gaben für Notzeiten verstecken.
Durch Monokulturen in der Landwirtschaft, bes. den schon verbrecherisch zunehmenden Maisanbau (in jüngster Zeit sogar als Biomasse zur Energiegewinnung, statt Tiere und Menschen zu sättigen) ist selbst diesen intelligenten Vögeln in großen Landstrichen die Existensgrundlage entzogen worden, sowie vielen anderen Tier, - und Pflanzenarten.
Also nehme ich mir das Recht, das ein wenig an den lebenden Exemplaren meiner Umgebung gut zu machen und diesen ein etwas angenehmeres Leben zu ermöglichen, bes. in kalten Zeiten (so wie jetzt). Davon profitiere auch ich, indem ich ruhiger schlafen kann, wenn ich weiß, dass manches Tier nun leichter der Kälte standhalten kann! Dieses Gefühl der Zufriedenheit wünsche ich auch meinen Lesern und vielen Vögeln durch einen vollen Kropf in der kalten Nacht!
2. Rehe
Diese sanften, liebenswerten Geschöpfe werden bejagt, aber selten von ihren Jägern gefüttert. Besonders Staatsförstereien schießen bei Drückjagden alles ab, was vor die Flinte kommt, aber die übrig gebliebenen Tiere in Notzeiten zu füttern kommt ihnen nicht in den Sinn. Kitze, die ihre Mutter durch Jagd verloren haben, haben es im Winter besonders schwer, da sie normalerweise noch bis ins Frühjahr von der Ricke geführt werden. Im Wald findet man bei näherem Hinsehen Lecksteine auf Pfosten sowie sogenannte "Kirrungen" in Form von ausgebrachtem Apfeltrester oder einigen Körnern unter Baumscheiben, die Rehe und andere Tiere des Waldes anlocken sollen. In unmittelbarer Schußlinie finden sich immer Hochstände, von denen dann das angelockte Wild leicht geschossen werden kann. Ich finde das hinterhältig und feige, den Hunger und die Not der Tiere auszunutzen um diese zu töten.
Rehe verlangsamen ihren Stoffwechsel im Winter stark, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Das funktioniert nur, wenn sie totale Ruhe in ihrem Lebensraum haben und nicht noch weiter z.B. auf Wildschweine Jagd gemacht wird. Sobald sie flüchten müssen, verbrauchen sie viel Energie, die sie im Winter nicht aufnehmen können und schon beginnt die Abmagerung. Wildschweine und Füchse werden mittlerweile ganzjährig bejagt (Waschbären und Kaninchen ebenfalls), was sehr zulasten des Rehwildes geht.
Es benötigt Unterstützung, solange die Jagd nicht abgeschafft wird und sich ein natürliches Gleichgewicht einstellen kann.
Vielerorts hört man, es sei verboten, Wildtiere zu füttern.
§ 1 des Tierschutzgesetzes besagt, dass man verpflichtet ist, einem Tier in Not zu helfen, so dass man sich immer darauf berufen kann, ist es dauerhaft kalt und/oder eine Schneedecke vorhanden.
Man sollte dort füttern, wo Spuren im Schnee sichtbar sind
und keine Schusslinie und/oder Hochstand in der Nähe, also am besten im Windschatten eines dicken Baumes in einer Wurzelmulde. Ich füttere zu gleichen Teilen : Maisbruch, Quetschhafer und Grünpelletts für Schafe oder Wild. Wichtig ist, das das Futter nicht nass wird, weil es sonst schimmelt und unbrauchbar wird. Das wäre schade ums Geld und die Mühe.
Also nur soviel füttern, wie gefressen wird und trocken liegt. Bei Minusgraden besteht die Gefahr des Durchweichens sowieso nicht. Bei starkem Schneefall sollte man das Futter etwas frei fegen.
Normales Heu mögen Rehe selten, weil sie Feinschmecker sind.
Man kann auch Haferflocken, Müsli, Rosinen geben, aber es wird dann immer teurer und es geht ja hauptsächlich um "erste Hilfe", d.h. die Tiere durch den Winter zu bringen. Die meisten Rehe sterben übrigens im Frühjahr, wenn das Gras beginnt zu wachsen. Sie sind dann zu geschwächt, um sich schnell zu stärken und zu erholen. Ich beginne meist erst im Januar zu füttern, wenn es richtig kalt wird und beobachte die Tierpopulationen mit einer Wildkamera, was nicht nur sehr lehrreich ist, sondern viel Freude macht (bis die Tiere, die einem durch die Fotos vertraut geworden
sind von Jägern geschossen werden (wie mein diesjähriges Kitz))! - Habe ich mit der Fütterung begonnen, muss sie bis ins Frühjahr, wenn auch später ausschleichend fortgesetzt werden, da sich der Stoffwechsel der Tiere darauf einstellt.
Die Menge stellt man auf die in einer bestimmten Zeit gefressenen Menge ein. Bitte tagsüber Futter auslegen, da ab Dämmerung diese Plätze von den Tieren aufgesucht werden. Unruhe dort würde die Rehe vertreiben.
Man kann leider nicht erwarten, die Tiere zu Gesicht zu bekommen, aufgrund der Bejagung sind sie sehe scheu geworden. Es kann sich nur um einen rein selbstlosen Akt der Nächstenliebe gegenüber unseren Mitgeschöpfen handeln.
Übrigens fressen die ausgelegten Körner auch Dachse und Marder, tagsüber picken sie viele Vogelarten. Mäuse werden angelockt, so dass auch mancher Fuchs eine Mahlzeit findet.
Kot im Futter habe ich noch nie gesehen, wenn verschmutzt, sollte man den Baum wechseln.
Sie werden mit dem Gefühl belohnt, geholfen zu haben und das hat schon Albert Schweitzer als den einzig wahren Lebenssinn erkannt: "anderen Wesen, sei es Menschen oder Tieren zu helfen, das ist das einige Glück."
3. Füchse, Dachse, Wildschweine, Marder u.a.
Auch wenn diese Tierarten z.T. verfolgt und angefeindet werden, haben sie genauso wie wir ihre Daseinsberechtigung und empfinden Hunger und Schmerz ebenso wie wir. Auch ihnen gehört somit in harten Zeiten geholfen. Wildschweine lieben z.B. Eicheln, die man im Herbst reichlich sammeln und trocknen kann (bitte nicht Jägern verkaufen). Auch Mais lieben sie, daher werden sie ja von den Bauern als vernichtungswürdige Schädlinge angesehen und verfolgt. Wiesen (bes. an Waldrändern) werden von ihnen "aufgebrochen", um Bucheckern, Eicheln und Insekten zu finden. Für den Waldboden ist das ausgesprochen nützlich.
Füchsen kann man in kalten Zeiten mit Dosenfutter oder gekochtem Huhn, Eiern oder Fleischresten Gutes tun. Ich kaufe gern in den Supermärkten dem Haltbarkeitende nahes, reduziertes Fleisch. Bitte kein Trockenfutter geben, da Füchse ungern trinken und einen Nierenschaden bei häufiger Aufnahme bekämen. Hat der Fuchs die Stelle gefunden bezieht er sie in seine abendliche Runde ein und schaut dort immer nach. Auch hier gilt, - nicht den Jägern/Förstern in die Hand arbeiten, sondern dichte Stellen im Wald wählen, weitab von Hochständen, Reifenspuren und Schneisen.
Dienstag, 31. Januar 2012
Kommentare berühmter Persönlichkeiten über die Jagd
- Theodor Heuss (1884-1963), erster deutscher Bundespräsident:
"Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord an chancenlosen Mitgeschöpfen. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit".
- Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter:
"Jagd ist doch immer eine Form von Krieg."
Antwort auf eine Auerhahnjagdeinladung des Herzog Karl August:
"Sie wissen, das Gründen und Aufbauen ist mehr meine Sache als das Zerstören. Wenn im dämmrigem Morgengrauen so ein prächtiger, großer Vogel seine Liebestöne ausstieße, das ganze Geschöpf eitel Lust und Freudigkeit, würde ich meine Büchse heruntertun und sagen: >Lebe und genieße<, so unwaidmännisch das auch wäre."
- Francoise Voltaire (1694-1778), frz. Schriftsteller und Philosoph:
"Die Jagd ist eines der sichersten Mittel, das Gefühl der Menschen für ihre Mitgeschöpfe abzutöten."
- Alexander von Humboldt (1769-1859), dt. Naturforscher, Begründer der wissenschaftlichen Erdkunde:
"Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner".
- Konrad Lorenz (1903-1989), Begründer der vergleichenden Verhaltensforschung, Nobelpreis 1973:
"Kein Mensch würde auch nur auf die Hasenjagd gehen, müsste er das Wild mit Zähnen und Fingernägeln töten!"
- Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter:
"Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt."
- Pythagoras (6. Jhdt.v.Chr.), griech. Philosoph und Mathematiker:
"Was immer ein Mensch den Tieren antut, wird ihm in gleicher Münze zurückgezahlt."
- Otto von Bismarck (1815-1898), deutscher Staatsmann:
"Es wird nie so viel gelogen, wie nach der Jagd und vor den Wahlen."
- Hans Dietrich Genscher (*1927), deutscher Politiker(FDP), ehemaliger Bundesaußenminister:
"Auf Tiere könnte ich nie schießen, die müsssten schon Selbstmord begehen."
- Emmanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph:
"Unter allen Lebensweisen ist das Jagdleben ohne Zweifel der gesitteten Verfassung am meisten zuwider; das Noachische Blutverbot scheint uranfänglich nichts anderes als das Verbot des Jägerlebens gewesen zu sein."
- Georg Bernhard Shaw (1856-1950), irischer Dramatiker:
"Wenn der Mensch den Tiger umbringen will, nennt man das Sport. Wenn der Tiger den Menschen umbringen will, nennt man das Bestialität."
- Gustav Heinemann (1899-1976), deutscher Politiker (SPD), ehemaliger Bundespräsident:
"Ich finde es richtig, dass man zu Beginn einer Jagd die Hasen und Fasane durch Hörnersignale warnt."
- Hubert Weinzierl (*1935), ehemaliger BUND-Vorsitzender:
"Jedes Ding hat seine Zeit: Die Zeit für die Jagd ist abgelaufen."
(Sein Nachfolger Hubert Weiger hat daraus leider nichts gelernt und ist als Förster Befürworter sogar der Drückjagd, und das als Oberhaupt einer Naturschutzorganisation!)
- Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter:
"Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken ist der Mensch in seinem Wahn."
- Erasmus von Rotterdam (1465-1536), niederländischer Humanist, Schriftsteller:
Zu den Verrücktesten dieser Welt zählte Erasmus von Rotterdam "die Jagdwütigen, denen nichts über die Tierhetze geht und die unglaubliches Vergnügen zu empfinden meinen, sooft sie den widerwärtigen Schall der Jagdhörner und das Gebell der Meute hören. Fast möchte ich annehmen, dass sie den Hundekot wie Zimtgeruch empfinden! ...Wenn sie dann ein Stückchen von dem Fleisch des Wildes kosten, kommen sie sich vollends fast geadelt vor. Während diese Menschen bei ständiger Jagd und Fresserei im Grunde nur ihre eigene Entartung erreichen, meinen sie doch, ein köngliches Leben zu führen".
"Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist der Ozelot."
- Wilhelm Dietler (19.Jhdt.), dt. Philosoph, Autor:
"Es gibt nämlich viele Jagdliebhaber, die wirklich zum Morden und Bösen abgehärtet sind - abscheuliche Ungeheuer, lechzend nach Blut, gewohnt an Jammergewinnsel, denen es nie gefällt als unter lärmenden, berauschenden Lustbarkeiten. Andere haben durch das Rohe ihrer Erziehung und Lebensart Geschmack an der Jagd bekommen, und zwar nicht nur Jäger von Profession, sondern manche Landjunker und andere dergleichen, welche - ohne eine vernünftige, menschliche Beschäftigung gelernt zu haben, ohne Nachdenken - ihre Zeit nicht anders zu töten wissen als durch Jagd."
- Prof.Dr. Hubertus Mynarek (*1929), dt. Humanist, Kirchenmusiker und Buchautor:
"Die Früchte der Jagd - das heißt, die erlegten Tiere - wurden vor der Kirche gesegnet. Die Erzbischöfe und Kardinäle haben sich selbst als Schützen an der Jagd beteiligt. Die Bischöfe waren oft zugleich Fürsten und haben große Jagdfeste veranstaltet. Fast alle Fürstbischöfe haben große Jagdreviere besessen. Die Metzelei an den Tieren, dieses KZ, das durch die Jahrhunderte geht, ist wesentlich verursacht durch die `Mutter Kirche´."
- Karlheinz Deschner (*1924), Dr.phil.dt.Historiker, Literaturwissenschaftler,preisgekrönter Autor:
"Über die Jagd wird noch mehr gelogen als über den Krieg. Sie selbst ist einer. Ein höchst ungleicher freilich, ein Krieg gegen völlig wehrlose Wesen."
- Frederik III.(1609-1670), König von Dänemark:
"Staatsjagden sind organisierter Massenmord an Tieren zur höheren Ehre des Protokolls."
- Bernhard Grzimeck (1909-1989), dt. Zoologe und Tierfilmemacher:
"Es hat mir nie eingeleuchtet, was manche Leute für Freude daran haben, Tiere totzuschießen."
"Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord an chancenlosen Mitgeschöpfen. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit".
- Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter:
"Jagd ist doch immer eine Form von Krieg."
Antwort auf eine Auerhahnjagdeinladung des Herzog Karl August:
"Sie wissen, das Gründen und Aufbauen ist mehr meine Sache als das Zerstören. Wenn im dämmrigem Morgengrauen so ein prächtiger, großer Vogel seine Liebestöne ausstieße, das ganze Geschöpf eitel Lust und Freudigkeit, würde ich meine Büchse heruntertun und sagen: >Lebe und genieße<, so unwaidmännisch das auch wäre."
- Francoise Voltaire (1694-1778), frz. Schriftsteller und Philosoph:
"Die Jagd ist eines der sichersten Mittel, das Gefühl der Menschen für ihre Mitgeschöpfe abzutöten."
- Alexander von Humboldt (1769-1859), dt. Naturforscher, Begründer der wissenschaftlichen Erdkunde:
"Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner".
- Konrad Lorenz (1903-1989), Begründer der vergleichenden Verhaltensforschung, Nobelpreis 1973:
"Kein Mensch würde auch nur auf die Hasenjagd gehen, müsste er das Wild mit Zähnen und Fingernägeln töten!"
- Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter:
"Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt."
- Pythagoras (6. Jhdt.v.Chr.), griech. Philosoph und Mathematiker:
"Was immer ein Mensch den Tieren antut, wird ihm in gleicher Münze zurückgezahlt."
- Otto von Bismarck (1815-1898), deutscher Staatsmann:
"Es wird nie so viel gelogen, wie nach der Jagd und vor den Wahlen."
- Hans Dietrich Genscher (*1927), deutscher Politiker(FDP), ehemaliger Bundesaußenminister:
"Auf Tiere könnte ich nie schießen, die müsssten schon Selbstmord begehen."
- Emmanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph:
"Unter allen Lebensweisen ist das Jagdleben ohne Zweifel der gesitteten Verfassung am meisten zuwider; das Noachische Blutverbot scheint uranfänglich nichts anderes als das Verbot des Jägerlebens gewesen zu sein."
- Georg Bernhard Shaw (1856-1950), irischer Dramatiker:
"Wenn der Mensch den Tiger umbringen will, nennt man das Sport. Wenn der Tiger den Menschen umbringen will, nennt man das Bestialität."
- Gustav Heinemann (1899-1976), deutscher Politiker (SPD), ehemaliger Bundespräsident:
"Ich finde es richtig, dass man zu Beginn einer Jagd die Hasen und Fasane durch Hörnersignale warnt."
- Hubert Weinzierl (*1935), ehemaliger BUND-Vorsitzender:
"Jedes Ding hat seine Zeit: Die Zeit für die Jagd ist abgelaufen."
(Sein Nachfolger Hubert Weiger hat daraus leider nichts gelernt und ist als Förster Befürworter sogar der Drückjagd, und das als Oberhaupt einer Naturschutzorganisation!)
- Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter:
"Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken ist der Mensch in seinem Wahn."
- Erasmus von Rotterdam (1465-1536), niederländischer Humanist, Schriftsteller:
Zu den Verrücktesten dieser Welt zählte Erasmus von Rotterdam "die Jagdwütigen, denen nichts über die Tierhetze geht und die unglaubliches Vergnügen zu empfinden meinen, sooft sie den widerwärtigen Schall der Jagdhörner und das Gebell der Meute hören. Fast möchte ich annehmen, dass sie den Hundekot wie Zimtgeruch empfinden! ...Wenn sie dann ein Stückchen von dem Fleisch des Wildes kosten, kommen sie sich vollends fast geadelt vor. Während diese Menschen bei ständiger Jagd und Fresserei im Grunde nur ihre eigene Entartung erreichen, meinen sie doch, ein köngliches Leben zu führen".
"Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist der Ozelot."
- Wilhelm Dietler (19.Jhdt.), dt. Philosoph, Autor:
"Es gibt nämlich viele Jagdliebhaber, die wirklich zum Morden und Bösen abgehärtet sind - abscheuliche Ungeheuer, lechzend nach Blut, gewohnt an Jammergewinnsel, denen es nie gefällt als unter lärmenden, berauschenden Lustbarkeiten. Andere haben durch das Rohe ihrer Erziehung und Lebensart Geschmack an der Jagd bekommen, und zwar nicht nur Jäger von Profession, sondern manche Landjunker und andere dergleichen, welche - ohne eine vernünftige, menschliche Beschäftigung gelernt zu haben, ohne Nachdenken - ihre Zeit nicht anders zu töten wissen als durch Jagd."
- Prof.Dr. Hubertus Mynarek (*1929), dt. Humanist, Kirchenmusiker und Buchautor:
"Die Früchte der Jagd - das heißt, die erlegten Tiere - wurden vor der Kirche gesegnet. Die Erzbischöfe und Kardinäle haben sich selbst als Schützen an der Jagd beteiligt. Die Bischöfe waren oft zugleich Fürsten und haben große Jagdfeste veranstaltet. Fast alle Fürstbischöfe haben große Jagdreviere besessen. Die Metzelei an den Tieren, dieses KZ, das durch die Jahrhunderte geht, ist wesentlich verursacht durch die `Mutter Kirche´."
- Karlheinz Deschner (*1924), Dr.phil.dt.Historiker, Literaturwissenschaftler,preisgekrönter Autor:
"Über die Jagd wird noch mehr gelogen als über den Krieg. Sie selbst ist einer. Ein höchst ungleicher freilich, ein Krieg gegen völlig wehrlose Wesen."
- Frederik III.(1609-1670), König von Dänemark:
"Staatsjagden sind organisierter Massenmord an Tieren zur höheren Ehre des Protokolls."
- Bernhard Grzimeck (1909-1989), dt. Zoologe und Tierfilmemacher:
"Es hat mir nie eingeleuchtet, was manche Leute für Freude daran haben, Tiere totzuschießen."
Sonntag, 15. Januar 2012
Bestandsexplosion bei Wildschweinen durch Bejagung
Sie dürfen anhängende Pressemitteilung gerne verbreiten oder für eigene Zwecke nutzen (lt. Lovis Kauertz)
Kurzfassung: . Nie wurden so viele Wildschweine geschossen wie im vergangenen Jahrzehnt. Trotz Intensivierung der Jagd werden die Bestände von Jahr zu Jahr größer. Die Verantwortlichen scheinen mit ihrem Latein am Ende sein... sie fordern noch mehr zu jagen. Nicht nur die Wissenschaft weiß es besser - auch einige kritische Jäger: die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht.
Die Jagd verursacht Bestandsexplosion bei Wildschweinen
Seit Jahren wird die Jagd auf Schwarzkittel in Deutschland intensiviert. Das Credo der offiziellen Organe der Jäger und der zuständigen Ministerien der Länder lautet: mehr Jagd - so bekommen wir den Wildschweinbestand in den Griff.
Fehlanzeige, erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland: "Ich vermute, dass Funktionäre in den Verbänden und Beamte in den Ministerien einfach mit ihrem Latein am Ende sind - andererseits müssten ihnen doch mal anlässlich der blanken Zahlen die Augen aufgehen". Bei der Anzahl der getöteten Wildschweine jagt ein Jahresrekord den anderen. Im kontinuierlich steigenden langjährigen 10-Jahresdurchschnitt werden inzwischen eine halbe Millionen Wildschweine pro Jahr erlegt. Ein Großteil übrigens nicht für den Kochtopf, sondern für die Tierkörperbeseitigung.
Dabei gibt es bei der Jagd auf Schwarzwild in vielen Gegenden Deutschlands so gut wie keine Tabus mehr: die Tiere werden ganzjährig bejagt, Schonzeiten sind aufgehoben, es werden Jungtiere, Alttiere, Leitbachen getötet. Nachts wird mit Scheinwerfern gejagt, den Wildschweinen wird mit Fallen nachgestellt und Hundertschaften von Jägern und Treibern beunruhigen im Rahmen von Drückjagden revierübergreifend das sich in Winterruhe befindliche Wild. In Bayern testet man bereits den Einsatz von Nachtsichtgeräten.
Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner - selber Jäger - prangert schon 2002 an, dass die Nachwuchsschwemme hausgemacht sei und für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine die Jäger selbst verantwortlich seien. "Es gibt dafür 2 wesentliche Gründe" erläutert Kauertz "zum einen die Zerstörung des Sozialgefüges der Borstentiere, zum anderen die ganzjährige Zuführung von Futtermitteln durch die Jäger".
Es werden Tiere aller Altersklassen abgeschossen. Insbesondere der Verlust von Leitbachen führt zu ungeordneten Sozialverhältnissen im Schwarzwildbestand und in der Folge dazu, dass selbst Jungtiere sich vermehren. Begünstigt wird die dadurch unkontrollierbare Kindesvermehrung durch meist illegale Zufütterung. Untersuchungen der Wildforschungsstelle Baden-Württemberg ermittelten eine durchschnittliche Zufütterung von 136kg Futter pro erlegtes Wildschwein - mehr als das Tier wiegt.
Eine Langzeitstudie von Wissenschaftlern um Sabrina Servanty, die 2009 im renommierten "Journal of Animal Ecology" veröffentlicht wurde, unterstreicht die Sinnlosigkeit des derzeitigen Jagdgeschehens: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein.
Eine Alternative zum hohen Jagddruck könnte die Rückkehr zur herkömmlichen Ansitzjagd sein, verbunden mit der strikten Unterlassung jeglicher Fütterung und im Rahmen der üblichen Jagdzeiten im Herbst. Unterstützen könnte man diesen Weg mittels Empfängnisverhütung in punktuell kritischen Regionen. Impfstoffe mit EU-Zulassung, die auch im Hinblick auf die Verwertung des Wildbrets unbedenklich sind, stehen im Bereich der Nutztierhaltung bereits zur Verfügung.
Pressekontakt
Wildtierschutz Deutschland e.V., Lovis Kauertz (Vorsitzender)
Am Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim, Tel.: 0177-7230086
lovis.kauertz@gmail.com
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.schonzeit-fuer-fuechse.de
Wildtierschutz Deutschland e.V. ist beim Amtsgericht Mainz im Vereinsregister 40782 eingetragen und als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt.
Kurzfassung: . Nie wurden so viele Wildschweine geschossen wie im vergangenen Jahrzehnt. Trotz Intensivierung der Jagd werden die Bestände von Jahr zu Jahr größer. Die Verantwortlichen scheinen mit ihrem Latein am Ende sein... sie fordern noch mehr zu jagen. Nicht nur die Wissenschaft weiß es besser - auch einige kritische Jäger: die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht.
Die Jagd verursacht Bestandsexplosion bei Wildschweinen
Seit Jahren wird die Jagd auf Schwarzkittel in Deutschland intensiviert. Das Credo der offiziellen Organe der Jäger und der zuständigen Ministerien der Länder lautet: mehr Jagd - so bekommen wir den Wildschweinbestand in den Griff.
Fehlanzeige, erläutert Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland: "Ich vermute, dass Funktionäre in den Verbänden und Beamte in den Ministerien einfach mit ihrem Latein am Ende sind - andererseits müssten ihnen doch mal anlässlich der blanken Zahlen die Augen aufgehen". Bei der Anzahl der getöteten Wildschweine jagt ein Jahresrekord den anderen. Im kontinuierlich steigenden langjährigen 10-Jahresdurchschnitt werden inzwischen eine halbe Millionen Wildschweine pro Jahr erlegt. Ein Großteil übrigens nicht für den Kochtopf, sondern für die Tierkörperbeseitigung.
Dabei gibt es bei der Jagd auf Schwarzwild in vielen Gegenden Deutschlands so gut wie keine Tabus mehr: die Tiere werden ganzjährig bejagt, Schonzeiten sind aufgehoben, es werden Jungtiere, Alttiere, Leitbachen getötet. Nachts wird mit Scheinwerfern gejagt, den Wildschweinen wird mit Fallen nachgestellt und Hundertschaften von Jägern und Treibern beunruhigen im Rahmen von Drückjagden revierübergreifend das sich in Winterruhe befindliche Wild. In Bayern testet man bereits den Einsatz von Nachtsichtgeräten.
Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner - selber Jäger - prangert schon 2002 an, dass die Nachwuchsschwemme hausgemacht sei und für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine die Jäger selbst verantwortlich seien. "Es gibt dafür 2 wesentliche Gründe" erläutert Kauertz "zum einen die Zerstörung des Sozialgefüges der Borstentiere, zum anderen die ganzjährige Zuführung von Futtermitteln durch die Jäger".
Es werden Tiere aller Altersklassen abgeschossen. Insbesondere der Verlust von Leitbachen führt zu ungeordneten Sozialverhältnissen im Schwarzwildbestand und in der Folge dazu, dass selbst Jungtiere sich vermehren. Begünstigt wird die dadurch unkontrollierbare Kindesvermehrung durch meist illegale Zufütterung. Untersuchungen der Wildforschungsstelle Baden-Württemberg ermittelten eine durchschnittliche Zufütterung von 136kg Futter pro erlegtes Wildschwein - mehr als das Tier wiegt.
Eine Langzeitstudie von Wissenschaftlern um Sabrina Servanty, die 2009 im renommierten "Journal of Animal Ecology" veröffentlicht wurde, unterstreicht die Sinnlosigkeit des derzeitigen Jagdgeschehens: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein.
Eine Alternative zum hohen Jagddruck könnte die Rückkehr zur herkömmlichen Ansitzjagd sein, verbunden mit der strikten Unterlassung jeglicher Fütterung und im Rahmen der üblichen Jagdzeiten im Herbst. Unterstützen könnte man diesen Weg mittels Empfängnisverhütung in punktuell kritischen Regionen. Impfstoffe mit EU-Zulassung, die auch im Hinblick auf die Verwertung des Wildbrets unbedenklich sind, stehen im Bereich der Nutztierhaltung bereits zur Verfügung.
Pressekontakt
Wildtierschutz Deutschland e.V., Lovis Kauertz (Vorsitzender)
Am Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim, Tel.: 0177-7230086
lovis.kauertz@gmail.com
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.schonzeit-fuer-fuechse.de
Wildtierschutz Deutschland e.V. ist beim Amtsgericht Mainz im Vereinsregister 40782 eingetragen und als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt.
Montag, 26. Dezember 2011
Silvester
In wenigen Tagen ist Jahreswechsel, der wie immer von vielen Menschen mit einem Feuerwerk gefeiert wird.
Wer erfreut sich nicht an einem schönen, bunten Himmel, - trotzdem sollte man auch hier etwas weiter denken und dazu die Natur nicht vergessen! Ich würde es für sinnvoller ansehen, in jedem Ort einen zentralen Platz zu wählen, wo alle ihr persönliches Feuerwerk zünden können. So würden Unfälle vermieden und Menschen, die lieber schlafen möchten weniger gestört. Man versetze sich in die zu der Zeit schlafenden Vögel und alle anderen Tiere, die besonders die lauten Knaller nicht einordnen können und als lebensbedrohend empfinden und entsprechend Panik bekommen.
Raketen werden häufig nicht mehr einzeln abgeschossen, sondern kommen zu hunderten hintereinander aus Batterien. Meine Bitte an Alle : Knaller vermeiden, Raketen zischen und lärmen schon genug. Nicht an Waldrändern Feuerwerke zünden und knallen. Kleine Kinder und Tiere verschonen.
Letztes Jahr fielen im neuen Jahr tausende von Vögeln (u.a. Blutstare)in Amerika und anderswo tot vom Himmel, sie wurden durch die Feuerwerke von ihren Schlafplätzen aufgescheucht und flogen sich vor Angst tot! Das sollte uns zu denken geben und wir sollten auch hier bereit sein, sorgsamer und rücksichtsvoller mit unseren menschlichen Vorlieben umzugehen. Schließlich sind wir nur ein Teil dieser Natur und müssen auf sie acht geben um ihre Vielfalt zu erhalten!
Nichts spricht gegen eine positive Stimmung zum Jahreswechsel, aber denkt man an das vergangene Jahr, an das viele Leid, das Mensch, Tier und Natur "überkam", kommt man doch auch ins Nachdenken. Was bringt das neue Jahr, wer feiert jetzt noch unbeschwert, den das Schicksal bald "beutelt"? Wieviel Not ist auch in diesem Moment der Feierlichkeit in der Welt - und kann ich vielleicht ein bißchen helfen, indem ich das Geld, das ich üblicherweise für Feuerwerk ausgebe, an "Brot statt Böller" gebe, oder aber für beides ein wenig übrig habe? Das ist doch ein guter Start ins neue Jahr, - Spaß haben, - Rücksicht nehmen und die Not Anderer nicht vergessen und ein wenig zu teilen, dann kommt viel zu mir zurück...
Für 2012 wünsche ich uns allen mehr Mitgefühl gegenüber den Menschen, Tieren und der Natur, damit wir zu einer neuen, lebensfreundlichen Ethik im Einklang mit der Schöpfung finden.
Wer erfreut sich nicht an einem schönen, bunten Himmel, - trotzdem sollte man auch hier etwas weiter denken und dazu die Natur nicht vergessen! Ich würde es für sinnvoller ansehen, in jedem Ort einen zentralen Platz zu wählen, wo alle ihr persönliches Feuerwerk zünden können. So würden Unfälle vermieden und Menschen, die lieber schlafen möchten weniger gestört. Man versetze sich in die zu der Zeit schlafenden Vögel und alle anderen Tiere, die besonders die lauten Knaller nicht einordnen können und als lebensbedrohend empfinden und entsprechend Panik bekommen.
Raketen werden häufig nicht mehr einzeln abgeschossen, sondern kommen zu hunderten hintereinander aus Batterien. Meine Bitte an Alle : Knaller vermeiden, Raketen zischen und lärmen schon genug. Nicht an Waldrändern Feuerwerke zünden und knallen. Kleine Kinder und Tiere verschonen.
Letztes Jahr fielen im neuen Jahr tausende von Vögeln (u.a. Blutstare)in Amerika und anderswo tot vom Himmel, sie wurden durch die Feuerwerke von ihren Schlafplätzen aufgescheucht und flogen sich vor Angst tot! Das sollte uns zu denken geben und wir sollten auch hier bereit sein, sorgsamer und rücksichtsvoller mit unseren menschlichen Vorlieben umzugehen. Schließlich sind wir nur ein Teil dieser Natur und müssen auf sie acht geben um ihre Vielfalt zu erhalten!
Nichts spricht gegen eine positive Stimmung zum Jahreswechsel, aber denkt man an das vergangene Jahr, an das viele Leid, das Mensch, Tier und Natur "überkam", kommt man doch auch ins Nachdenken. Was bringt das neue Jahr, wer feiert jetzt noch unbeschwert, den das Schicksal bald "beutelt"? Wieviel Not ist auch in diesem Moment der Feierlichkeit in der Welt - und kann ich vielleicht ein bißchen helfen, indem ich das Geld, das ich üblicherweise für Feuerwerk ausgebe, an "Brot statt Böller" gebe, oder aber für beides ein wenig übrig habe? Das ist doch ein guter Start ins neue Jahr, - Spaß haben, - Rücksicht nehmen und die Not Anderer nicht vergessen und ein wenig zu teilen, dann kommt viel zu mir zurück...
Für 2012 wünsche ich uns allen mehr Mitgefühl gegenüber den Menschen, Tieren und der Natur, damit wir zu einer neuen, lebensfreundlichen Ethik im Einklang mit der Schöpfung finden.
Montag, 12. Dezember 2011
Weihnachtszeit - Jagdzeit
Waldspaziergänger finden dort zur Zeit nicht unbedingt die gesuchte Ruhe. Im Herbst führen meist Staatsförster die aus Tierschützersicht grausame Drückjagd durch.
...es könnte das Paradies sein, wäre da nicht der Hochstand...
Dabei wird das Wild mit Hunden „aufgestöbert“ um dann von Schützen, die an verschiedenen Plätzen im Wald postiert sind erschossen zu werden. Dies gelingt häufig erst nach mehreren Schüssen, nicht selten entkommt ein verletztes Tier und muss, wenn es nicht gefunden wird einen langsamen Tod sterben.
... das Blut unschuldiger Tiere zeugt am Hochstand von dessen einziger Bestimmung, - zu töten...
Innerhalb von 2-3 Stunden wurden in einem Revier des Staatsforstes Wessobrunn im Landkreis Weilheim Schongau am 26.11.11 auf einer Fläche von ca.260 ha 28 Rehe (darunter auch Böcke, die seit 15.10. der Schonzeit unterliegen), 2 Füchse (sind inzwischen durch die Räude rar geworden und schaden dem Wald nicht!), 2 Hasen (inzwischen fast vom Aussterben bedroht und schaden dem Wald ebenfalls nicht) und ein Wildschwein erlegt. Ein Wildschwein entkam angeschossen, wurde auch bei der Nachsuche nicht gefunden und musste wohl elendig sterben. Im Anschluss an eine stärkende Mahlzeit, wurden im nächsten Revier von den gleichen Treibern/Jägern weitere 13 Rehe erlegt.
...eines der vielen Kitze, die nicht einmal ein Jahr alt werden durften...
Die traurigen Relikte der Rehe, d.h. Eingeweide und abgetrennte Köpfe von Ricken und deren Kitzen konnte man am Tag nach der Jagd neben einigen Hochständen finden.
...die Brutalität der Jäger bricht Tierfreunden das Herz...
Da Rehe wie wir auch, ihre Lieblingsspeisen haben und besonders die frischen Triebe der Tannen und Eiben schätzen, sind Förster der Meinung, mit diesen Jagdmethoden die Tiere reduzieren zu müssen. Dem entgegenzustellen ist, dass fast alle Tierarten mit einem verstärkten Nachwuchs reagieren, so dass der Abschuss nur dann eine dauerhafte Lösung darstellt, wenn man im nächsten Jahr wieder schießen will,- was aufgrund der "Beute" Jägern nicht unerwünscht ist.
...intakter Fichtennachwuchs im Staatsforst
...einer der vielen Stellen im Staatsforst die intakte Verjüngung der wichtigen Buchen zeigt
Was die im Wald durch Hundegebell, Tierschreie und die vielen Schüsse in Panik versetzten Beutetiere in ihren letzten Stunden durchmachen müssen, findet keine Berücksichtigung.
Wenn man errechnet, dass 1 Reh pro 10 ha Fläche geschossen wurde, entbehren die Argumente der Förster über Verbißschäden jeder Grundlage! Es gibt kaum noch Tiere auf dieser riesigen Fläche! Die den Treibern entkommenen Rehe sind aus ihren Sozialverbänden gerissen, Kitze werden normal den Winter über von ihren Müttern geführt und haben ohne sie schlechte Überlebenschancen. Oder aber sie werden jetzt mit sogannten Kirrungen (Futterauslagen im Wald) in die Nähe der Hochstände gelockt, um sie von dort auch noch zu erschießen! Das soll dann das vom Forstamt angestrebte Gleichgewicht von Flora und Fauna darstellen.
...unversehrte junge Tanne im Staatsforst
Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass ganz auf Jagd verzichtet werden könnte, wenn man den Tieren genug Zeit gibt, ihr natürliches Gleichgewicht einzustellen und auf Winterfütterungen verzichtet wird. Solange müssen die kleinen Setzlinge der beim Wild beliebten Äsungspflanzen mit Schutzzäunen - oder mit etwas Schafwolle umwickelt (den Geruch von Schafwolle mögen Rehe nicht und knabbern die Bäumchen folglich nicht an)- vor Verbiss geschützt werden. Um Tierleben zu retten, wären hierzu sicher viele Bürger bereit mitzuhelfen! Besonders Kinder könnten so vermehrt Zugang zur Natur finden und für sie begeistert werden, was für ihre Zukunft wichtig ist.
...sind sie nicht lebendig viel wertvoller und für den Betrachter erfreulicher?
Aber wie alle Probleme stellt auch die Jagd ein globales dar.
Landwirte sind gefragt, ihre Wiesen nicht bis unmittelbar an den Waldrand zu mähen und zu güllen, damit das Wild dort seine natürliche Nahrung findet und nicht in den Wald zurückgedrängt wird.
Wühlschäden der sonst nützlichen Wildschweine werden häufig übertrieben, um Ausgleichszahlungen zu erhalten. Autofahrer sollten ab Dämmerung ihr Tempo drosseln.
Nicht vergessen werden darf die Massentierhaltung, die für den Billigfleischkonsum verantwortlich ist und unendliches Tierleid nach sich zieht.
Bei einem Rehbraten denkt der Konsument an ein gutes Stück Fleisch, vielleicht auch noch an ein natürliches Leben des Tieres, die Art der Tötung interessiert scheinbar nicht.
...achtlos übereinandergestapelte Rehkörper, in denen eine Stunde zuvor noch ein Herz schlug...
Gerade in der Weihnachtszeit sollten wir unser Essverhalten bewusst überdenken, und ob die Freude über die Geburt Jesu in Unmengen Fleischkonsum der Festtagsbraten ihren Ausdruck finden muss, wo das Kind in der Krippe doch auch friedlich neben Ochs und Esel lag und niemand an deren Schlachtung dachte!
...wir möchten auch leben, Umdenken wird Zeit...
_____________________________________________________________
Persönliche Anmerkungen:
Die Jagdszenerie mit den schrecklichen Geräuschen, das Gelächter der Jäger/Schlächter beim Mittag am "Brünnelewies" in Wessobrunn, die traurigen Augen der toten Köpfe und das Leid, das diese liebenswerten Tiere bis zu ihrem Tod durchmachen mussten, verfolgen mich seitdem bis in meine Träume.
Daher habe ich mich entschlossen, die Öffentlichkeit über diese Greueltaten und in meinen Augen Verbrechen an der Schöpfung zu informieren.
Trotz negativer Vorbehalte führten der für die Drückjagd verantwortliche (ansonsten sympathische) Förster und ich zwei lange Gespräche über den Wald, die Jagd, das Wild. Ich versuchte einen Kompromiss für die Tiere auszuhandeln, indem ich Bürger engagieren wollte mitzuhelfen, die kleinen Tannen und Eiben vor Verbiss zu schützen,- dafür bat ich einige Tiere vor dem Abschuss zu bewahren. Leider gab es keinerlei Bereitschaft seitens des Försters sich darauf einzulassen, was den Verdacht nahelegt, dass die Verbissschäden nur ein Vorwand für das Spaßereignis "Drückjagd" darstellen. Selbst Füchse oder Hasen werden nicht verschont, die den Wald nicht schädigen und inzwischen selten geworden sind! Wildschweine sind Nützlinge im Wald, sie fressen u.a. Schädlinge. Durch die Konfrontation mit verärgerten Landwirten rechtfertigen die Jäger den Abschuss der intelligenten, hochsozialen Schweine, obwohl gerade diese mit verstärktem Nachwuchs reagieren, wenn sie bejagt werden.
Es liegt im Ermessen der Forstbetriebe Abschusspläne/zahlen erhöhen oder vermindern zu lassen, - je nach Verbissschäden.
Ich habe die gesamte Fläche des sogenannten "Kappenzipfels" nach Verbisschäden abgesucht, es gibt so gut wie keine - oder nur sehr geringe, denen man mit den vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen (Drahtgeflecht um größere Bäumchen, Schafwolle auf kleine Setzlinge)leicht hätte beikommen können.
Als Bürger steht man ohnmächtig diesen Massakern gegenüber, obwohl die Tiere des Waldes eigentlich niemanden gehören, aber von beauftragten Jägern einfach getötet werden dürfen. Zahlen müssen diese für ein geschossenes Reh nur ca. 50 €, um dieses für sich verwerten zu dürfen!
Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass die Jagdtermine absichtlich verheimlicht werden, um Jagdgegner und Zuschauer fernzuhalten, was aber zur Folge hat, dass bereits in anderen Gebieten ahnungslose Spaziergänger versehentlich erschossen wurden. In Wessobrunn wollte ein kleines Mädchen auf seinem Haflinger in das Jagdgebiet einreiten, wir konnten es durch unsere Schreie gerade noch davon abhalten!
In einer Demokratie muss es erlaubt sein, gegen diesen lebensfeindlichen Umgang mit unserer Schöpfung zu protestieren und davor bewahrt werden, Opfer eines Jagdunfalles zu werden. Mein Anliegen ist es nicht, einzelne Personen zu diffamieren (schon gar nicht die hiesige Försterfamilie), sondern allgemeine Missstände aufzudecken mit dem Ziel auf deren Abschaffung hinzuarbeiten.
Laut Umfragen sind mind. 2/3 der Bürger gegen die Jagd, aber die Politik ist nicht bereit das Jagdgesetz aus Hitlers Zeiten zu ändern, da die Jagd ein teures Hobby ist (Jagdschein, Waffen,...)und deren Betreiber folglich ein bestimmtes Wählerklientel darstellt, das man ungern verlieren möchte.
Leider weigerte sich sogar die hiesige Zeitung "Weilheimer Tagblatt" oben geschriebenen Text (in neutraler Kurzform)und Fotos zu veröffentlichen, unter dem Vorwand eine "Frühstückszeitung" zu sein. Scheinbar schrecken Unfallbilder von getöteten Jugendlichen nicht so ab, wie Rehkadaver (die allerdings am 8.1.09 auch in genannter Zeitung abgelichtet wurden). Glaubhaft ist das Unterschlagen eines Artikels in einer Gesellschaft der Meinungsfreiheit jedenfalls nicht, was auch immer die Hintergründe sind!
Wenn jeder Fleischesser das betreffende Tier vorher selbst töten müsste, wäre die Zahl der Vegetarier deutlich höher. Die Wirtschaft versteht es, uns das lächelnd geschlachtete Schwein, Huhn, Rind o.ä. zu verkaufen, ohne unser Mitleid über das schlimme Leben und Sterben der Tiere zu erregen.
Als Krankenschwester sehe ich täglich die negativen, gesundheitlichen Folgen eines völlig überzogenen Fleischkonsums. Dabei lassen sich auch ohne Fleisch mit ein wenig Übung schmackhafte, phantasievolle Gerichte zubereiten. Vielleicht wagt es der Eine oder Andere mal zu Weihnachten, das wäre doch schon ein Anfang... Und wer gelegentlich Fleisch essen möchte, sollte dieses in Bioläden kaufen und nach der Herkunft, der Haltung und Schlachtung fragen, damit ersichtlich wird, dass dem Konsumenten auch diese Punkte wichtig sind, nicht nur das Stück Fleisch, das so anonym ist.
Interessante Details über die Jagd und wie unsere Natur auch ohne Jagd (besser)auskommen kann findet man u.a. auf den Internetseiten eines Biologen "Initiative zur Abschaffung der Jagd".
Ein kluges Wort von Frederic Vester zum Schluss:
"Das Fatale ist, dass wir meinen, wir müssten die Natur retten, dabei müssen wir uns selbst retten. Wenn wir keinen Einklang mit der Natur finden, wird die Natur sich ändern, aber sie wird überleben. Die sorgt allein für sich, aber uns schmeißt sie raus"
_____________________________________________________________
22.12.11
...und noch immer kein Ende in Sicht... die Schießerei geht weiter...(erst ab 15.01.12 beginnt die Schonzeit auch für Ricken, Kitze und Hasen).
Obwohl der Förster im Gespräch nach der Drückjagd versicherte, es sei besser viele Tiere bei einer Jagd zu töten, als häufig zwischendurch Unruhe durch Abschüsse zu stiften, ertönen noch immer, einen Monat nach der Treibjagd fast jeden Abend Schüsse aus dem Staatsforst. (Gelegentlich auch aus den anderen Jagdgebieten). In den Häusern ist das nicht zu hören, aber ich bin in der Dämmerung meist im Garten mit der Versorgung unserer Tiere beschäftigt und bei jedem Schuss muss ich an die Seele des nun toten Tieres denken, die hoffentlich für das Leid, das ihm angetan wurde in einer anderen Welt entschädigt wird; so wie die menschliche Seele, die allerdings im Gegensatz zur tierischen vor der erwarteten Erlösung erst einmal Vergebung erfahren muss! Vorhin erst ertönte ein Schuss, 5 Minuten später der zweite!
Da ich in Kontakt mit anderen Tierschützern stehe, erfahre ich viel Tierleid, das andere Menschen nicht einmal erahnen.
In Frankreich fand eine deutsche Familie nach einer Treibjagd ein Hirschkalb in seinem Zaun verfangen und wollte es retten. Es konnte nicht mehr laufen. Der zuständige Jäger holte nicht einmal den Tierarzt, sondern stach es sofort ab.
Heute, am 21.12.11 fanden Spaziergänger in Nordrhein Westfalen einen Frischling zitternd im Wald umherirren. Sie brachten ihn zum Tierarzt, aber es war schon zu spät. Seine Mutter ist wohl eines unter zig tausenden Jagdopfern. Wieviel Tiere irren nun, da wir uns so wohl in unseren warmen Stuben zur Weihnachtszeit fühlen, in den kalten Wäldern nahrungslos, ohne Mütter, weil diese erschossen wurden umher? Warum versetzt sich niemand in deren Not, wo wir selbst nichts mehr fürchten als Hunger, Kälte, Krankheit und Tod?
Jagd hat kaum noch etwas mit kontrolliertem Abschuss, erst recht nicht mit der Erlösung alter, schwacher Tiere zu tun. Trophäenträger und Jungtiere werden geschossen, um mit Geweihen anzugeben und den zarten Braten im Ofen zu backen. Wer mag schon ein altes Tier essen?
In dieser von Konsum geprägten Zeit ist nichts dringender, als das Mitgefühl für andere, sei es Mensch oder Tier in sich wachzurufen und zu erhalten. Nur durch Verstehen kann sich die eigene Haltung ändern. Jesus ist nicht nur für uns geboren worden, sondern für die gesamte Schöpfung. Jedes Tier spürt Schmerz und hat eine Seele, wir haben nicht das Recht sinnlos zu töten. Töten, um zu überleben sähe völlig anders aus, vor allem in den Zahlen. Fleisch muss nicht unbedingt zur Nahrung des Menschen gehören, jedoch wenn, würden minimale Mengen reichen und nicht in Form von Massenware der Supermärkte und Fastfood Restaurants. Fleischgenuss ist nur auf der Basis vorherigen Leids möglich, dessen sollte sich jeder Fleischesser bewusst sein. Vor allem vor und während der Festtage.
...es könnte das Paradies sein, wäre da nicht der Hochstand...
Dabei wird das Wild mit Hunden „aufgestöbert“ um dann von Schützen, die an verschiedenen Plätzen im Wald postiert sind erschossen zu werden. Dies gelingt häufig erst nach mehreren Schüssen, nicht selten entkommt ein verletztes Tier und muss, wenn es nicht gefunden wird einen langsamen Tod sterben.
... das Blut unschuldiger Tiere zeugt am Hochstand von dessen einziger Bestimmung, - zu töten...
Innerhalb von 2-3 Stunden wurden in einem Revier des Staatsforstes Wessobrunn im Landkreis Weilheim Schongau am 26.11.11 auf einer Fläche von ca.260 ha 28 Rehe (darunter auch Böcke, die seit 15.10. der Schonzeit unterliegen), 2 Füchse (sind inzwischen durch die Räude rar geworden und schaden dem Wald nicht!), 2 Hasen (inzwischen fast vom Aussterben bedroht und schaden dem Wald ebenfalls nicht) und ein Wildschwein erlegt. Ein Wildschwein entkam angeschossen, wurde auch bei der Nachsuche nicht gefunden und musste wohl elendig sterben. Im Anschluss an eine stärkende Mahlzeit, wurden im nächsten Revier von den gleichen Treibern/Jägern weitere 13 Rehe erlegt.
...eines der vielen Kitze, die nicht einmal ein Jahr alt werden durften...
Die traurigen Relikte der Rehe, d.h. Eingeweide und abgetrennte Köpfe von Ricken und deren Kitzen konnte man am Tag nach der Jagd neben einigen Hochständen finden.
...die Brutalität der Jäger bricht Tierfreunden das Herz...
Da Rehe wie wir auch, ihre Lieblingsspeisen haben und besonders die frischen Triebe der Tannen und Eiben schätzen, sind Förster der Meinung, mit diesen Jagdmethoden die Tiere reduzieren zu müssen. Dem entgegenzustellen ist, dass fast alle Tierarten mit einem verstärkten Nachwuchs reagieren, so dass der Abschuss nur dann eine dauerhafte Lösung darstellt, wenn man im nächsten Jahr wieder schießen will,- was aufgrund der "Beute" Jägern nicht unerwünscht ist.
...intakter Fichtennachwuchs im Staatsforst
...einer der vielen Stellen im Staatsforst die intakte Verjüngung der wichtigen Buchen zeigt
Was die im Wald durch Hundegebell, Tierschreie und die vielen Schüsse in Panik versetzten Beutetiere in ihren letzten Stunden durchmachen müssen, findet keine Berücksichtigung.
Wenn man errechnet, dass 1 Reh pro 10 ha Fläche geschossen wurde, entbehren die Argumente der Förster über Verbißschäden jeder Grundlage! Es gibt kaum noch Tiere auf dieser riesigen Fläche! Die den Treibern entkommenen Rehe sind aus ihren Sozialverbänden gerissen, Kitze werden normal den Winter über von ihren Müttern geführt und haben ohne sie schlechte Überlebenschancen. Oder aber sie werden jetzt mit sogannten Kirrungen (Futterauslagen im Wald) in die Nähe der Hochstände gelockt, um sie von dort auch noch zu erschießen! Das soll dann das vom Forstamt angestrebte Gleichgewicht von Flora und Fauna darstellen.
...unversehrte junge Tanne im Staatsforst
Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass ganz auf Jagd verzichtet werden könnte, wenn man den Tieren genug Zeit gibt, ihr natürliches Gleichgewicht einzustellen und auf Winterfütterungen verzichtet wird. Solange müssen die kleinen Setzlinge der beim Wild beliebten Äsungspflanzen mit Schutzzäunen - oder mit etwas Schafwolle umwickelt (den Geruch von Schafwolle mögen Rehe nicht und knabbern die Bäumchen folglich nicht an)- vor Verbiss geschützt werden. Um Tierleben zu retten, wären hierzu sicher viele Bürger bereit mitzuhelfen! Besonders Kinder könnten so vermehrt Zugang zur Natur finden und für sie begeistert werden, was für ihre Zukunft wichtig ist.
...sind sie nicht lebendig viel wertvoller und für den Betrachter erfreulicher?
Aber wie alle Probleme stellt auch die Jagd ein globales dar.
Landwirte sind gefragt, ihre Wiesen nicht bis unmittelbar an den Waldrand zu mähen und zu güllen, damit das Wild dort seine natürliche Nahrung findet und nicht in den Wald zurückgedrängt wird.
Wühlschäden der sonst nützlichen Wildschweine werden häufig übertrieben, um Ausgleichszahlungen zu erhalten. Autofahrer sollten ab Dämmerung ihr Tempo drosseln.
Nicht vergessen werden darf die Massentierhaltung, die für den Billigfleischkonsum verantwortlich ist und unendliches Tierleid nach sich zieht.
Bei einem Rehbraten denkt der Konsument an ein gutes Stück Fleisch, vielleicht auch noch an ein natürliches Leben des Tieres, die Art der Tötung interessiert scheinbar nicht.
...achtlos übereinandergestapelte Rehkörper, in denen eine Stunde zuvor noch ein Herz schlug...
Gerade in der Weihnachtszeit sollten wir unser Essverhalten bewusst überdenken, und ob die Freude über die Geburt Jesu in Unmengen Fleischkonsum der Festtagsbraten ihren Ausdruck finden muss, wo das Kind in der Krippe doch auch friedlich neben Ochs und Esel lag und niemand an deren Schlachtung dachte!
...wir möchten auch leben, Umdenken wird Zeit...
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Persönliche Anmerkungen:
Die Jagdszenerie mit den schrecklichen Geräuschen, das Gelächter der Jäger/Schlächter beim Mittag am "Brünnelewies" in Wessobrunn, die traurigen Augen der toten Köpfe und das Leid, das diese liebenswerten Tiere bis zu ihrem Tod durchmachen mussten, verfolgen mich seitdem bis in meine Träume.
Daher habe ich mich entschlossen, die Öffentlichkeit über diese Greueltaten und in meinen Augen Verbrechen an der Schöpfung zu informieren.
Trotz negativer Vorbehalte führten der für die Drückjagd verantwortliche (ansonsten sympathische) Förster und ich zwei lange Gespräche über den Wald, die Jagd, das Wild. Ich versuchte einen Kompromiss für die Tiere auszuhandeln, indem ich Bürger engagieren wollte mitzuhelfen, die kleinen Tannen und Eiben vor Verbiss zu schützen,- dafür bat ich einige Tiere vor dem Abschuss zu bewahren. Leider gab es keinerlei Bereitschaft seitens des Försters sich darauf einzulassen, was den Verdacht nahelegt, dass die Verbissschäden nur ein Vorwand für das Spaßereignis "Drückjagd" darstellen. Selbst Füchse oder Hasen werden nicht verschont, die den Wald nicht schädigen und inzwischen selten geworden sind! Wildschweine sind Nützlinge im Wald, sie fressen u.a. Schädlinge. Durch die Konfrontation mit verärgerten Landwirten rechtfertigen die Jäger den Abschuss der intelligenten, hochsozialen Schweine, obwohl gerade diese mit verstärktem Nachwuchs reagieren, wenn sie bejagt werden.
Es liegt im Ermessen der Forstbetriebe Abschusspläne/zahlen erhöhen oder vermindern zu lassen, - je nach Verbissschäden.
Ich habe die gesamte Fläche des sogenannten "Kappenzipfels" nach Verbisschäden abgesucht, es gibt so gut wie keine - oder nur sehr geringe, denen man mit den vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen (Drahtgeflecht um größere Bäumchen, Schafwolle auf kleine Setzlinge)leicht hätte beikommen können.
Als Bürger steht man ohnmächtig diesen Massakern gegenüber, obwohl die Tiere des Waldes eigentlich niemanden gehören, aber von beauftragten Jägern einfach getötet werden dürfen. Zahlen müssen diese für ein geschossenes Reh nur ca. 50 €, um dieses für sich verwerten zu dürfen!
Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass die Jagdtermine absichtlich verheimlicht werden, um Jagdgegner und Zuschauer fernzuhalten, was aber zur Folge hat, dass bereits in anderen Gebieten ahnungslose Spaziergänger versehentlich erschossen wurden. In Wessobrunn wollte ein kleines Mädchen auf seinem Haflinger in das Jagdgebiet einreiten, wir konnten es durch unsere Schreie gerade noch davon abhalten!
In einer Demokratie muss es erlaubt sein, gegen diesen lebensfeindlichen Umgang mit unserer Schöpfung zu protestieren und davor bewahrt werden, Opfer eines Jagdunfalles zu werden. Mein Anliegen ist es nicht, einzelne Personen zu diffamieren (schon gar nicht die hiesige Försterfamilie), sondern allgemeine Missstände aufzudecken mit dem Ziel auf deren Abschaffung hinzuarbeiten.
Laut Umfragen sind mind. 2/3 der Bürger gegen die Jagd, aber die Politik ist nicht bereit das Jagdgesetz aus Hitlers Zeiten zu ändern, da die Jagd ein teures Hobby ist (Jagdschein, Waffen,...)und deren Betreiber folglich ein bestimmtes Wählerklientel darstellt, das man ungern verlieren möchte.
Leider weigerte sich sogar die hiesige Zeitung "Weilheimer Tagblatt" oben geschriebenen Text (in neutraler Kurzform)und Fotos zu veröffentlichen, unter dem Vorwand eine "Frühstückszeitung" zu sein. Scheinbar schrecken Unfallbilder von getöteten Jugendlichen nicht so ab, wie Rehkadaver (die allerdings am 8.1.09 auch in genannter Zeitung abgelichtet wurden). Glaubhaft ist das Unterschlagen eines Artikels in einer Gesellschaft der Meinungsfreiheit jedenfalls nicht, was auch immer die Hintergründe sind!
Wenn jeder Fleischesser das betreffende Tier vorher selbst töten müsste, wäre die Zahl der Vegetarier deutlich höher. Die Wirtschaft versteht es, uns das lächelnd geschlachtete Schwein, Huhn, Rind o.ä. zu verkaufen, ohne unser Mitleid über das schlimme Leben und Sterben der Tiere zu erregen.
Als Krankenschwester sehe ich täglich die negativen, gesundheitlichen Folgen eines völlig überzogenen Fleischkonsums. Dabei lassen sich auch ohne Fleisch mit ein wenig Übung schmackhafte, phantasievolle Gerichte zubereiten. Vielleicht wagt es der Eine oder Andere mal zu Weihnachten, das wäre doch schon ein Anfang... Und wer gelegentlich Fleisch essen möchte, sollte dieses in Bioläden kaufen und nach der Herkunft, der Haltung und Schlachtung fragen, damit ersichtlich wird, dass dem Konsumenten auch diese Punkte wichtig sind, nicht nur das Stück Fleisch, das so anonym ist.
Interessante Details über die Jagd und wie unsere Natur auch ohne Jagd (besser)auskommen kann findet man u.a. auf den Internetseiten eines Biologen "Initiative zur Abschaffung der Jagd".
Ein kluges Wort von Frederic Vester zum Schluss:
"Das Fatale ist, dass wir meinen, wir müssten die Natur retten, dabei müssen wir uns selbst retten. Wenn wir keinen Einklang mit der Natur finden, wird die Natur sich ändern, aber sie wird überleben. Die sorgt allein für sich, aber uns schmeißt sie raus"
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22.12.11
...und noch immer kein Ende in Sicht... die Schießerei geht weiter...(erst ab 15.01.12 beginnt die Schonzeit auch für Ricken, Kitze und Hasen).
Obwohl der Förster im Gespräch nach der Drückjagd versicherte, es sei besser viele Tiere bei einer Jagd zu töten, als häufig zwischendurch Unruhe durch Abschüsse zu stiften, ertönen noch immer, einen Monat nach der Treibjagd fast jeden Abend Schüsse aus dem Staatsforst. (Gelegentlich auch aus den anderen Jagdgebieten). In den Häusern ist das nicht zu hören, aber ich bin in der Dämmerung meist im Garten mit der Versorgung unserer Tiere beschäftigt und bei jedem Schuss muss ich an die Seele des nun toten Tieres denken, die hoffentlich für das Leid, das ihm angetan wurde in einer anderen Welt entschädigt wird; so wie die menschliche Seele, die allerdings im Gegensatz zur tierischen vor der erwarteten Erlösung erst einmal Vergebung erfahren muss! Vorhin erst ertönte ein Schuss, 5 Minuten später der zweite!
Da ich in Kontakt mit anderen Tierschützern stehe, erfahre ich viel Tierleid, das andere Menschen nicht einmal erahnen.
In Frankreich fand eine deutsche Familie nach einer Treibjagd ein Hirschkalb in seinem Zaun verfangen und wollte es retten. Es konnte nicht mehr laufen. Der zuständige Jäger holte nicht einmal den Tierarzt, sondern stach es sofort ab.
Heute, am 21.12.11 fanden Spaziergänger in Nordrhein Westfalen einen Frischling zitternd im Wald umherirren. Sie brachten ihn zum Tierarzt, aber es war schon zu spät. Seine Mutter ist wohl eines unter zig tausenden Jagdopfern. Wieviel Tiere irren nun, da wir uns so wohl in unseren warmen Stuben zur Weihnachtszeit fühlen, in den kalten Wäldern nahrungslos, ohne Mütter, weil diese erschossen wurden umher? Warum versetzt sich niemand in deren Not, wo wir selbst nichts mehr fürchten als Hunger, Kälte, Krankheit und Tod?
Jagd hat kaum noch etwas mit kontrolliertem Abschuss, erst recht nicht mit der Erlösung alter, schwacher Tiere zu tun. Trophäenträger und Jungtiere werden geschossen, um mit Geweihen anzugeben und den zarten Braten im Ofen zu backen. Wer mag schon ein altes Tier essen?
In dieser von Konsum geprägten Zeit ist nichts dringender, als das Mitgefühl für andere, sei es Mensch oder Tier in sich wachzurufen und zu erhalten. Nur durch Verstehen kann sich die eigene Haltung ändern. Jesus ist nicht nur für uns geboren worden, sondern für die gesamte Schöpfung. Jedes Tier spürt Schmerz und hat eine Seele, wir haben nicht das Recht sinnlos zu töten. Töten, um zu überleben sähe völlig anders aus, vor allem in den Zahlen. Fleisch muss nicht unbedingt zur Nahrung des Menschen gehören, jedoch wenn, würden minimale Mengen reichen und nicht in Form von Massenware der Supermärkte und Fastfood Restaurants. Fleischgenuss ist nur auf der Basis vorherigen Leids möglich, dessen sollte sich jeder Fleischesser bewusst sein. Vor allem vor und während der Festtage.
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